Kinder, die wie Autos heißen
In Nordamerika beginnt man, Babys nach Produkten zu benennen - natürlich nur nach Luxusmarken - "Ikea,
auf dein Brüderchen Armani
!", ruft eine Mutter ihren spielenden Kindern zu. Parodie auf einen Werbespot? Nicht unbedingt, denn in Nordamerika geben immer mehr Eltern ihren Kindern Vornamen, die sie
Marken entlehnen. Mädchen
etwa Nivea oder Pepsi, Jungen Chivas Regal wie der Whisky oder Timberland
die Schuhmarke.
Jahr 2000 wurde 24 amerikanischen Mädchen (aber keinem einzigen Jungen) der Name Porsche gegeben. Für 269 Mädchen wählten die Eltern Chanel. Armani
noch populärer: 273 Jungen und 298 Mädels
wie das Designer-Label benannt. Fünf Mädchen haben den Namen Ikea erhalten und 353 Mädchen Lexus, wie
Automarke.
Designernamen seien sehr beliebt, sagt Cleveland Evans, ein Psychologieprofessor an
Bellevue-Universität in Nebraska (USA),
sich
ungewöhnlichen Vornamen befasst. Auch Parfüm-Sorten und Automarken würden
von Eltern als Vornamen für ihre Kinder gewählt: "Mit gewissen Marken werden Schönheit und Reichtum
", sagt der Namensexperte.
Andere Neugeborene in
USA und Kanada heißen wie Limonade und Mineralwasser: Fanta und Evian; oder wie Weinsorten: Chardonnay, Chianti.
In englischsprachigen Ländern gebe es kein Gesetz
in Deutschland, das den Gebrauch der Phantasie bei Vornamen einschränkt, sagt Professor Evans. Legal sei alles,
sich mit den Buchstaben des Alphabets schreiben lässt.
muss auch nicht an Namen erkennen können,
es ein Mädchen oder ein Knabe ist. Aber bei Vornamen wie Nike und Champagne wird der kleine Unterschied ohnehin unwichtig. Noch
solche Namen in den USA in weniger als einem Prozent der Bevölkerung vor, aber
Trend ist steigend.
Es sind vor allem Eltern aus der Unterschicht, die Luxusmarken als Namenspaten wählen, weil für sie diese Produkte unerreichbar sind.